Jahrestagung 2018: “Pragmatik und (Sprach-)Didaktik”

6. März 2018Universität Stuttgart

Keynote-Speaker: Juliane Stude (Münster)

Wenn man nach dem Zusammenspiel von Pragmatik und Didaktik fragt lassen sich grob zwei Perspektiven unterscheiden:

Zum einen lässt sich danach fragen, inwiefern und in welcher Weise pragmatische Themen Gegenstände schulischen Unterrichts sind. Inwiefern finden sich klassische pragmatische Inhalte in Lehrplänen wieder und was wird überhaupt als ‚pragmatischer Inhalt‘ akzentuiert? Wie könnten bisher weniger beachtete Aspekte der linguistischen Pragmatik etwa aus dem Bereich der Gesprächsanalyse oder zur Pragmatik digitaler Schriftlichkeit didaktisch modelliert und zum Unterrichtsgegenstand gemacht werden?

Zum anderen lässt sich in einem weiteren Sinne danach fragen, welche didaktische Relevanz pragmatische Fragestellungen und Analysen haben, wenn es um die Unterrichtspraxis und insbesondere um die Lehrerausbildung geht. Implizit ist Pragmatik in dieser Perspektive „überall“, denn Unterricht besteht aus mündlichem und schriftlichem Sprachhandeln sowohl aufseiten der Lehrkräfte als auch aufseiten der Schüler(innen). Es stellt sich also die Frage, welche pragmatischen Perspektiven und entsprechenden Analysekompetenzen für die Unterrichtspraxis überhaupt von Bedeutung sind und somit auch Bestandteil der Lehrerausbildung sein sollten.

Ein grundsätzliches Spannungsverhältnis ergibt sich zwischen linguistischer Pragmatik – gleich, ob eng oder weit gefasster – und (Sprach-)Didaktik daraus, dass in didaktischen Kontexten die implizite oder explizite Bewertung von Sprachhandeln im Vordergrund steht, während die Pragmatik vorrangig deskriptiv arbeitet und grundsätzlich eine große Bandbreite an Realisierungsformen von Sprachverhalten als funktional annimmt.

Inwiefern können also Ansätze der Pragmatik für didaktische Zusammenhänge fruchtbar gemacht werden – sei es als Lehrinhalte zum Kompetenzausbau der Lernenden oder als Analyse- und didaktische Kompetenz seitens der Lehrkräfte? Die Tagung versucht sich in diesem Sinne den Schnittstellen von Pragmatik und (Sprach-)Didaktik zu nähern. Erwünscht sind sowohl theoretische als auch methodenbezogene Beiträge sowie exemplarische Analysen aus dem Bereich der Sprachwissenschaften, der Sprachdidaktik, Fremdsprachendidaktik sowie anderen Fachdidaktiken, Sprachheilpädagogik und weiteren Disziplinen, die sich mit dem Gegenstandsbereich befassen.

Wenn Sie einen Vortrag halten möchten, schicken Sie bitte einen Vorschlag mit Titel und Abstract (max. 400 Wörter) bis zum 15.10.2017 an kontakt@alp-verein.de. Anmeldungen ohne Vortrag werden ebenfalls unter dieser Adresse entgegengenommen.

Ausführlicher Call for Papers als pdf.

Tagungsgebühren:

  • ALP-Mitglieder: 10 €
  • Nicht-Mitglieder: 20 €
  • Studierende (ohne Einkommen und Stipendium): 5 €

Reisestipendien:

Die ALP e.V. vergibt für Mitglieder ohne Einkommen Reisestipendien zur Teilfinanzierung der Anreise nach Stuttgart. Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie hier.